Beyond Meat, Hybridfleisch, Präzisionsfermentation und RuBisCO-Ausbau

08.08.2026

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Beyond Meat, Hybridfleisch, Präzisionsfermentation und RuBisCO-Ausbau

 

Vier aktuelle Ad-hoc News aus der Branche vom Freitag, 07. August 2026

 

Als Themen habe ich für Sie die gegensätzliche Entwicklung der europäischen Beyond-Meat-Kanäle und ein sehr früher Kommerzialisierungshinweis für hybride Fleischprodukte. Zwei Ingredient-Entwicklungen zeigen zudem, wie Finanzierung und Geschäftsmodelle stärker an vorhandene Produktionsanlagen und konkrete Abnehmer gekoppelt werden.

 

1. Beyond Meat: Europäischer LEH wächst, Foodservice bricht weiter ein

Quelle: Beyond Meat News Room

Beyond Meat veröffentlichte am 5. August seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026:

  • Gesamtumsatz: 68,8 Mio. USD, minus 8,2 %
  • Bruttomarge: 8,5 %
  • bereinigtes EBITDA: –27,7 Mio. USD
  • internationale Retailumsätze: +16,5 % auf 18,5 Mio. USD
  • internationaler Foodservice: –16,0 % auf 12,7 Mio. USD

Das Retailwachstum kam nach Unternehmensangaben insbesondere aus europäischen Märkten, dem Vereinigten Königreich und Kanada. Im internationalen Foodservice sank das Volumen dagegen um 20,4 %, vor allem durch geringere Verkäufe an einzelne QSR-Kunden. Primärquelle: Beyond Meat, 5. August⁠, unabhängige Einordnung durch Reuters

Der ausgewiesene Nettogewinn von 16,4 Mio. USD bedeutet keine operative Profitabilität: Er entstand vor allem durch einen nicht zahlungswirksamen Gewinn von 57,7 Mio. USD aus der Ausbuchung von Schulden. Gleichzeitig lagen Zahlungsmittel einschließlich gebundener Mittel bei 186,1 Mio. USD und der ausgewiesene Schuldenbuchwert bei 323,8 Mio. USD.

 

2. Black Sheep Foods: Erste EU-Hybridprodukte sollen ab September starten

Black Sheep Foods erklärte am 5. August, dass erste europäische Verarbeiter Produkte mit seinem neuen DualTexture Protein ab September auf den Markt bringen wollten. Nach Angaben von CEO Hans Kunisch laufen:

  • 14 aktive Kundenversuche,
  • ein Private-Label-Projekt mit einem nicht genannten Top-3-EU-Händler,
  • zwei Kundenprojekte, deren Nachfrage bereits die verfügbare Liefermenge übersteige,
  • Vorbereitungen größerer Hersteller für mögliche Produkteinführungen 2027.

Das Unternehmen hat sich damit vom Hersteller einer pflanzlichen Lammalternative zu einem B2B-Ingredient-Anbieter für hybride und pflanzliche Fleischprodukte umpositioniert. Die Herstellung erfolgt über externe Extrusionspartner; Black Sheep baut derzeit eine europäische Lieferkette auf und sammelt eine kleinere Bridge-Finanzierung ein. Interview vom 5. August⁠, Produkt- und Unternehmensangaben

Wichtig für die Quellenbewertung: AgFunder, die Muttergesellschaft des berichtenden Mediums, ist Investor bei Black Sheep Foods.

Technologisches Versprechen

Das Ingredient aus Weizen und Ackerbohne soll Wasser beziehungsweise Fett in unterschiedlichen Bereichen seiner extrudierten Struktur binden. Dadurch seien in Hybridprodukten Einsatzmengen von 30–50 % möglich, gegenüber typischerweise 10–15 % bei herkömmlichem TVP. Diese Leistungsdaten stammen bislang vom Unternehmen und einzelnen Entwicklungspartnern.

 

3. Dyadic lizenziert weitere fermentativ erzeugte Milchproteine an europäischen Partner

Dyadic International meldete am 4. August nach dem Dienstagbriefing einen Entwicklungs- und kommerziellen Lizenzvertrag mit einem nicht genannten europäischen Biotechnologieunternehmen. Entwickelt werden sollen weitere nicht tierische Milchproteine über Dyadics fermentative Dapibus-Plattform.

Dyadic kann Entwicklungs- und Kommerzialisierungszahlungen, Lizenzerlöse und weitere Beteiligungen erhalten. Beträge, Proteinarten, Exklusivität, Produktionsstandort und Zeitplan wurden nicht veröffentlicht. Das Programm beginnt nun mit Stammoptimierung, Prozessentwicklung und Scale-up. Primärmeldung von Dyadic, 4. August

Das Portfolio umfasst bereits fermentativ erzeugtes Rinderchymosin über die dänische Inzymes ApS und ein Entwicklungsprogramm für bovines Alpha-Lactalbumin mit BRIG BIO.

 

4. Plantible finanziert RuBisCO-Ausbau – EU-Zugang bleibt jedoch gesondert zu lösen

Plantible Foods gab am 6. August eine Finanzierung über 35 Mio. USD bekannt:

  • 25 Mio. USD USDA-abgesichertes Darlehen von X-Caliber Rural Capital,
  • 10 Mio. USD Eigenkapital von RA Capital und Bestandsinvestoren.

Damit soll die Kapazität für das aus Wasserlinsen gewonnene RuBisCO-Protein verfünffacht werden – auf mehr als 1.000 Tonnen jährlich. Die Erweiterung in Texas soll Anfang 2027 abgeschlossen sein. Plantible meldet außerdem über 40 % höhere Ausbeute durch einen neuen Lemna-Stamm und langfristige Abnahmeverträge; ein Kunde habe seine Bestellung für 2027 kürzlich verdoppelt. Bericht mit Finanzierungs- und Unternehmensangaben, 6. August

Der für Europa wichtige Zusatzaspekt

Die vorhandene EU-Zulassung für Proteinkonzentrat aus Lemna gibba und Lemna minor ist aufgrund des Unterlagenschutzes bis 30. April 2029 auf ABC Kroos B.V. beschränkt. Plantible kann sich darauf nicht automatisch berufen. Erforderlich wären eine Vereinbarung mit dem Rechteinhaber oder eine eigene Zulassung auf Basis eigenständig belegter Daten und passender Spezifikation. EU-Durchführungsverordnung 2024/1048

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, Ihr Andreas Gebhart

 

Hinweis: Dieser Beitrag dient der fachlichen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind das konkrete Produkt, der Zielmarkt und der Rechtsstand zum Entscheidungszeitpunkt. Bild: KI-generiert

 

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